„Pille danach“ bald rezeptfrei?
Frauenärzte warnen vor Nebenwirkungen
Einmal nicht aufgepasst und schon ist es passiert: eine ungewollte Schwangerschaft. Für den Notfall gibt es die „Pille danach“. Bald auch rezeptfrei?
Kleine Pille hat es in sich
Die „Pille danach“ ist eine Tablette, die eine ungewollte Schwangerschaft verhindert, wenn man mit der Verhütung mal nachlässig war. Sie muss innerhalb von 72 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr zum Einsatz kommen. Die Pille hat es in sich: Sie enthält sehr hohe Konzentrationen an Hormonen, 15-mal mehr als die „normale“ Pille und 100-mal mehr als Hormonersatz-Präparate, die gegen Wechseljahrsbeschwerden wirken. Um den Körper nicht zu sehr mit Hormonen zu belasten, dürfen Frauen deshalb nur einmal im Monat zur Notfall-Pille greifen.
Ärzte warnen: Kleine Pille – große Nebenwirkungen
Momentan muss der Arzt die Pille verschreiben, in einigen anderen Ländern gibt es sie seit kurzem auch ohne Rezept. Deshalb kam auch hierzulande die Diskussion wieder auf: Soll die „Pille danach“ rezeptfrei sein? Der Berufsverband der Frauenärzte sagt „Nein“. Denn ihre Nebenwirkungen sind nicht zu unterschätzen. Kopfschmerzen bei 20 Prozent, Erbrechen und Übelkeit bei 15 Prozent und Zwischenblutungen bei 15 Prozent der Patientinnen. Bei jeder zweiten Frau tritt also eine Nebenwirkung auf.
„Pille danach“ oft unnötig
Die Ärzte befürchten, dass sich viele Frauen unnötig den Nebenwirkungen aussetzten, sobald die „Pille danach“ frei erhältlich ist. Denn die Notfall-Pille ist nur während der fruchtbaren Tage der Frauen notwendig. „So ist die Anwendung der Pille danach bei über der Hälfte der Frauen gar nicht erforderlich“, erklärt der Frauenarzt Christian Albring.
Der Widerstand der Ärzte zeigt Wirkung. Eine rezeptfreie Ausgabe der „Pille danach“ ist in naher Zukunft unwahrscheinlich.
Weitere Informationen zur „Pille danach“:
- Am Wochenende oder an Feiertagen kann man sich die „Pille danach“ in einer Notfallpraxis oder im Krankenhaus verschreiben lassen.
- Eine gynäkologische Untersuchung ist dafür nicht erforderlich.
- Die Notfall-Pille kostet zwischen 16 und 18 Euro.
- Bei Frauen bis zum 20. Lebensjahr übernimmt die Krankenkasse die Kosten.
- Die „Pille danach“ ist keine Abtreibungspille, denn sie wirkt bevor sich das befruchtete Ei in die Gebärmutter einnistet.
Pollenflug
Vorhersage für Hohenlohe/mittlerer Neckar/Oberschwaben
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